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Internationales Frauen-Hallenfußball-Turnier
um den Pokal der Sparkasse Bielefeld
14. und 15. Januar 2017

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Fortuna Hjørring

2016 dürfte als eines der besten Jahre in die Vereinsgeschichte von Fortuna Hjørring eingehen. Sieg beim »Weltklasse«-Turnier in Jöllenbeck, Meister in der dänischen Liga, Dänischer Pokalsieger und im Herbst folgte der zweifache Sieg über die Italienerinnen aus Brescia und der damit verbundene Einzug ins Viertelfinale der Champions League, das im Frühjahr ausgetragen wird. Besser kann es eigentlich kaum laufen.

Und das, obwohl die Mannschaft immer wieder mit Umstellungen zu leben hat. Denn sobald die dänischen Talente sich weiter entwickeln, lockt die weite Welt. Zum Teil die amerikanischen Colleges und Profivereine, zum Teil die finanzstarke Konkurrenz aus Ländern wie England oder Schweden. Zuletzt zog es Kapitänin Line S. Jensen genauso in die USA wie Nadia Nadim – beide im vergangenen Jahr noch Topakteurinnen beim »Weltklasse«-Turnier. Nadim spielt für Portland Thorns in den USA, dieselbe Mannschaft, für die Deutschlands Torwart-Legende Nadine Angerer als Torwarttrainerin arbeitet. Für Fortuna heißt es deswegen immer wieder, sich nach neuen Talenten und gestandenen Spielerinnen auf dem internationalen Markt umzusehen.

Zurzeit baut der Klub, der vor allem durch den internationalen sommerlichen Jugendfußball-Wettbewerb Dana-Cup weltweit bekanntgeworden ist, an einer Frauenfußball-Akademie, um noch mehr Talente noch besser auszubilden. Nach wie vor ist Fortuna Hjørring der einzige dänische Klub, der es im Jahre 2003 im UEFA-Pokal, der heutigen Champions League, bis ins Finale geschafft hat. Damals unterlag er dem damaligen Schwedischen Meister Umeå IK in den zwei Endspielen mit 1:4 und 0:3. Umeå ist übrigens im Herbst aus der ersten schwedischen Liga abgestiegen.

Die Stars:
Florentina Olar-Spanu hätte es beinahe geschafft, mit ihrem Heimatland Rumänien an der Europameisterschaft 2017 in den Niederlanden teilzunehmen. In den entscheidenden Play-offs gab es zwei Unentschieden gegen Portugal. Weil die Portugiesinnen aber auswärts getroffen hatten, dürfen sie zur EM, Rumänien nicht. Olar ist aber nicht nur für Rumänien, sondern auch für Fortuna eine tragende Säule im Offensivspiel. Zudem sorgt sie für das harmonische Gefüge innerhalb des Teams.

Feste Größen sind die finnische Nationalspielerin Nora Heroum und »Tamires«, die mit Mann und Kind in Dänemark lebt. Bei den Olympischen Spielen in Rio kam sie mit der brasilianischen Nationalmannschaft auf den vierten Platz. Ebenfalls aus Finnland kommt Verteidigerin Tuija Hyyrynen. Sie ist eine erfahrene Nationalspielerin, die schon an zwei Europameisterschaften teilgenommen hat. Als dänische Nationalspielerinnen gehören Innenverteidigerin Luna Gewitz, Mittelfeldspielerin Karoline Smidt, Offensivakteurin Frederikke Thøgersen, Torhüterin Maria Christensen und Stürmerin Camilla Kur zu den Säulen der Mannschaft.

Größte Erfolge:
UEFA-Pokal-Finalist 2003.
Dänischer Meister 2016, 2014, 2010, 2009, 2002, 1999, 1996, 1995, 1994.
Dänischer Pokalsieger 2016, 2008, 2006, 2002, 2001, 2000, 1996, 1995.

Turnierbilanz in Jöllenbeck:
Seit Brian Sørensen das Zepter beim norddänischen Klub übernommen hat, geht es in Jöllenbeck wieder nach oben für die Fortunen. Im vergangenen Jahr holten sie erstmals den Titel, im siebten Anlauf. Für Sørensen gilt das »Weltklasse«-Turnier als perfekte Vorbereitung auf die Freiluft-Saison. Spaß und internationale Kontaktpflege kommen hinzu. Aber bevor er aus Skovbakken nach Hjørring kam, hatte Fortuna durchaus sehenswerte Turnierauftritte und Resultate vorzuweisen.

2006, bei ihrem Debüt in Jöllenbeck, drangen sie bis ins Finale vor, und das unerwartet, da Torhüterin Heidi Johansen genau wie ihre Stellvertreterin verletzt war und somit Mittelfeldspielerin Mariann Gajhede ins Tor wechseln musste. Nach dem vierten Platz im Januar 2009 folgte 2010 der Absturz auf den vorletzten Platz. Das ist allerdings aufgrund der Tatsache zu erklären, dass zu diesem Zeitpunkt sieben Nationalspielerinnen mit Dänemark in einem Trainingslager in Chile weilten. Doch mit den besten Däninnen reichte es 2011 sogar nur zu Platz acht, und das, obwohl Fortuna in der Gruppenphase sogar den späteren Turniersieger Kopparbergs/Göteborg FC mit 2:0 bezwungen hatte. Am zweiten Turniertag jedoch lief kaum noch etwas zusammen und der Champions League-Teilnehmer hatte sogar gegen den Außenseiter Herforder SV das Nachsehen.

Beim Turnier im Jahre 2013 kamen sie immerhin auf Platz fünf. Fortuna war damit die zweitbeste ausländische Mannschaft. Allein Gruppengegner Sparta Prag setzte sich in beiden Vorrundenspielen knapp gegen die Däninnen durch und zog damit ins Halbfinale ein. 2015 war es erneut Sparta Prag, mit dem sich die Däninnen einen spannenden und engen Kampf um den Einzug ins Halbfinale lieferten, diesmal zu ihren Gunsten. Dann allerdings gab es zwei Niederlagen, erst mit 1:2 gegen die SGS Essen und schließlich im Spiel um Platz drei ein deutliches 1:5 gegen Potsdam, das schon beide Gruppenspiele gegen Fortuna deutlich gewonnen hatte. 2016 schließlich gelang ihnen der große Coup – der Titelgewinn im Finale gegen den Titelverteidiger Bayer 04 Leverkusen.

2016: 1. 2015: 4. 2013: 5. 2011: 8. 2010: 7. 2009: 4. 2006: 2.