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Internationales Frauen-Hallenfußball-Turnier
um den Pokal der Sparkasse Bielefeld
14. und 15. Januar 2017

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1. FFC Turbine Potsdam

Kaum ist Trainer-Legende Bernd Schröder weg, schon läuft es wieder bei Turbine Potsdam, mag sich so manch einer mit Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga denken. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn obwohl rein ergebnismäßig Turbine im vergangenen Jahr eine der schlechtesten Saisons ihrer Bundesliga-Geschichte hinlegte, war für Experten schon klar der Aufwärtstrend zu den Jahren davor erkennbar. Potsdam setzt wieder verstärkt auf die deutsche Karte und den Nachwuchs. Das hatte Bernd Schröder schon Jahre zuvor angekündigt, seine zwischenzeitliche Transferpolitik aber damit verteidigt, dass die eigenen Talente noch nicht weit genug seien oder einfach noch zu jung. Nicht zu vergessen ist die mitunter extrem lange Verletztenliste, die Notverpflichtungen nötig machte.

Nichtsdestotrotz: Sein Nachfolger Matthias Rudolph, in der vergangenen Saison schon Co-Trainer bei der Brandenburgern und daher ganz nah dran an den Turbine-Frauen, hat ein spielerisch und kämpferisch starkes Konstrukt aufgebaut, das an alte Turbine-Zeiten erinnert. Rudolph, ein Sport- und Geografie-Lehrer, hat selbst viele Jahre als Verteidiger beim SV Babelsberg 03 gekickt. Turbine Potsdam 2017 also wieder in der Champions League? Gut möglich.

Die Stars:
Es kam nicht von ungefähr, dass Svenja Huth bei »Weltklasse 2016« Torschützenkönigin wurde. Die ehemalige Frankfurterin schaffte nach dem Wechsel zu Turbine ihren großen Durchbruch als Stürmerin und ist derzeit in absoluter Top-Form, und das konstant auf höchsten internationalen Niveau – Weltklasse eben. Gleiches gilt für Nationalspielerin Tabea Kemme, die statt wie in den vergangenen Jahren zumeist als Außenverteidigerin oder im linken Mittelfeld, ihre neue Position im Angriff bei Turbine mit gewohnt viel Engagement aber auch Torgefahr füllt. Übrigens keine wirklich neue Aufgabe für sie, war sie doch schon als Jugendliche – auch in der U 17-Nationalmannschaft – als Stürmerin im Einsatz.

Endlich ihren Platz in der Bundesliga gefunden hat auch die australische Nationalspielerin Elise Kellond-Knight, kurz »KK« genannt. Besonders gefährlich bei ihr: die Standardsituationen. Für Stabilität in der Abwehr sorgt die lange und oft verletzte Johanna Elsig. Bleibt sie gesund, ist sie eine Kandidatin für die Nationalmannschaft. Sie ist übrigens eine ehemalige Leverkusenerin, genauso wie Turbines Torhüterin Lisa Schmitz, vor zwei Jahren bei »Weltklasse 2015« noch für Bayer 04 als beste Torhüterin des Turniers ausgezeichnet.

Größte Erfolge:
Champions League-Sieger 2010, 2005 (UEFA-Cup).
Champions League-Finalist  2012, 2011
Deutscher Meister 2012, 2011, 2010, 2009, 2006, 2004.
DFB-Pokalsieger 2006, 2005, 2004.
DFB-Hallenpokalsieger 2014, 2013, 2010, 2009, 2008, 2005, 2004.
DDR-Meister 1989, 1986, 1985, 1983, 1982, 1981.

Turnierbilanz in Jöllenbeck:
Es verwundert schon fast ein wenig, dass der TuS Jöllenbeck sich nicht schon längst in Turbine Jöllenbeck umbenannt hat, so sehr heimisch fühlen sich einerseits die Potsdamerinnen und ihre Fans beim »Weltklasse«-Turnier, und so sehr freuen sich Zuschauer und Organisatoren jedes Jahr wieder auf die Begegnungen mit den Turbinen und auf deren Auftritte, und das jetzt schon zum neunzehnten Mal in Folge. Bei den bisherigen achtzehn Auftritten erreichten die Brandenburgerinnen fünfzehnmal mindestens das Halbfinale, seit 2003 in ununterbrochener Folge. Trotzdem war Trainer Bernd Schröder in den vergangenen Jahren nie so richtig begeistert – um es milde auszudrücken. Auf zwei vierte Plätze in 2011 und 2012 folgte dreimal Rang drei – zu wenig für jemanden, der immer gewinnen will. Fünf Halbfinal-Niederlagen hintereinander – ob 2017 alles endlich wieder (noch) besser wird?

2016: 3. 2015: 3. 2013: 3. 2012: 4. 2011: 4. 2010: 1. 2009: 3. 2008: 3. 2007: 3. 2006: 1. 2005: 1.
2004: 2. 2003: 1. 2002: 9. 2001: 5. 2000: 2. 1999: 5. 1998: 3.